Kafkas Katze

Absender Brief Kafka„Jetzt habe ich die Katze, die ich im Geheimen seit jeher hasse, in mein Zimmer genommen.“ Franz Kafka, November 1917 an Felix Weltsch

„Kafkas Katze“ ist eine Erzählung, in der fiktive und reale Ereignisse mit Hilfe von Dokumenten, Zeichnungen und Fotos ineinander verwoben werden. Kafka und die Familie des Erzählers werden dadurch eng zueinander gerückt. Das geschieht mit Hilfe einer in jeder Hinsicht changierenden Dame, der Prager Prostituierten und späteren Wiener Pensionsbesitzerin Felicitas Herzlieb, bei und mit der Kafka seine Sexualität lustvoll auslebt, die er sonst als einen Akt der Bestrafung empfindet, der ihn am Schreiben hindert. Die einzelnen Elemente der Erzählung gleichen verschiedenen Spiegeln, in denen die Geschichte und die sie tragenden Personen aus unterschiedlichen Perspektiven zu erblicken sind.

Der Erzähler findet im Nachlass seines Vaters ein fest verschnürtes Bündel mit Papieren: Briefe, Tagebücher, Fotos und Zeichnungen, alle aus dem Besitz einer Felicitas Herzlieb, einer Frau, die sein Vater der Familie gegenüber nie erwähnt hatte. Die Aufzeichnungen beginnen im Jahr 1903 und enden 1944. Der Erzähler liest, betrachtet die Zeichnungen und Fotos und erkennt sofort, dass die Papiere eine Sensation sind. Sie offenbaren nicht nur die intime Beziehung zwischen Kafka und der Prostituierten. Etliche der Briefe und Zeichnungen stammen von Kafka und einigen seiner prominenten Freunde. Schon beim flüchtigen Abgleich mit Kafkas Werken ist dem Erzähler die Bedeutung des Fundes klar. Umso weniger begreift er, was für eine Beziehung sein Vater zu Kafkas ehemaliger Geliebten gehabt hatte, wie er an ihre wertvolle Hinterlassenschaft gekommen war und warum er das Dokumentenbündel nie geöffnet hatte.

Das ist der Stoff der Erzählung „Kafkas Katze“, die ich kürzlich beendet habe.

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